
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
33 Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen verborgenen Winkel oder unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen. 34 Das Licht des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn es aber krank ist, wird auch dein Leib finster sein. 35 Sieh also zu, dass das Licht in dir nicht etwa Finsternis ist. 36 Wenn nun dein Leib ganz licht ist und gar keinen finsteren Teil an sich hat, wird er so erleuchtet sein, wie wenn dich das Licht mit seinem Glanz erhellt.
Entweder ist der Glaube das Licht, wie geschrieben steht: Dein Wort, o Herr, ist eine Leuchte für meine Füße. (Ps. 119:105.) Denn das Wort Gottes ist unser Glaube. Aber eine Leuchte kann nicht leuchten, wenn sie ihre Beschaffenheit nicht von etwas anderem empfangen hat. Daher werden auch die Kräfte unseres Geistes und unserer Sinne erleuchtet, damit das Stück Geld, das verloren war, gefunden werde. Niemand stelle also den Glauben unter das Gesetz, denn das Gesetz ist an bestimmte Grenzen gebunden, die Gnade ist unbegrenzt; das Gesetz verdunkelt, die Gnade macht klar.