Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
33 Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen verborgenen Winkel oder unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen. 34 Das Licht des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn es aber krank ist, wird auch dein Leib finster sein. 35 Sieh also zu, dass das Licht in dir nicht etwa Finsternis ist. 36 Wenn nun dein Leib ganz licht ist und gar keinen finsteren Teil an sich hat, wird er so erleuchtet sein, wie wenn dich das Licht mit seinem Glanz erhellt.
Unser Herr spricht hier von Sich selbst und zeigt, dass, obwohl Er oben gesagt hatte, dass diesem bösen Geschlecht kein Zeichen gegeben werden solle außer dem Zeichen des Jona, dennoch der Glanz Seines Lichtes keineswegs vor den Gläubigen verborgen bleiben sollte. Er selbst entzündet das Licht, der das Gefäß unserer Natur mit dem Feuer Seiner Göttlichkeit erfüllte; und dieses Licht wollte Er gewiss weder vor den Gläubigen verbergen noch unter einen Scheffel stellen, das heißt, es im Maß des Gesetzes einschließen oder auf die Grenzen des einen jüdischen Volkes beschränken. Sondern Er stellte es auf einen Leuchter, das heißt auf die Kirche, denn Er hat unseren Stirnen den Glauben an Seine Menschwerdung eingeprägt, damit die, welche mit wahrem Glauben in die Kirche eintreten wollen, das Licht der Wahrheit klar sehen können. Schließlich ermahnt Er sie, daran zu denken, nicht nur ihre Werke, sondern auch ihre Gedanken und die Absichten des Herzens zu reinigen und zu läutern. Denn es folgt: Das Licht des Leibes ist das Auge.