
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 11
9 Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch aufgetan. 10 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der, wenn ihn sein Sohn um einen Fisch bittet, ihm statt des Fisches eine Schlange gäbe? 12 Oder wenn er um ein Ei bittet, ihm einen Skorpion gäbe? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, eueren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
In diesen Worten gibt uns der Erlöser eine sehr notwendige Unterweisung. Denn oft geben wir aus dem Impuls der Lust leichtsinnig schädlichen Begierden nach. Wenn wir irgendetwas Derartiges von Gott erbitten, werden wir es nicht erlangen. Um dies zu zeigen, führt Er ein offensichtliches Beispiel aus den Dingen an, die vor unseren Augen liegen, aus unserer täglichen Erfahrung. Denn wenn dein Sohn dich um Brot bittet, gibst du es ihm gerne, weil er eine gesunde Speise sucht. Wenn er aber aus Unverstand bittet, einen Stein zu essen, gibst du ihm ihn nicht, sondern hältst ihn vielmehr davon ab, seine schädliche Begierde zu befriedigen. So dass der Sinn sein kann: Welcher von euch aber, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet (das der Vater gibt), wird ihm einen Stein geben? (das heißt, wenn er darum bäte.) Dasselbe Argument gilt auch für die Schlange und den Fisch; wovon er hinzufügt: Oder wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm statt eines Fisches eine Schlange geben? Und in gleicher Weise beim Ei und Skorpion, wovon er hinzufügt: Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion anbieten?