Gregor von Nyssa
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
17 Die Zweiundsiebzig kehrten voll Freude zurück und sagten: Herr, selbst die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen. 18 Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. 19 Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und (Macht) über alle Gewalt des Feindes; nichts wird euch schaden können. 20 Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister unterworfen sind; freut euch vielmehr, dass euere Namen im Himmel eingeschrieben sind.
(Hom. in Cant.) Denn die Lust wird in der Schrift eine Schlange genannt, die von Natur aus so beschaffen ist, dass, wenn ihr Kopf eine Wand erreicht hat, um sich daran zu drücken, sie ihren ganzen Körper nachzieht. So hat die Natur dem Menschen die für ihn notwendige Wohnung gegeben. Aber durch diese Notwendigkeit greift die Lust das Herz an und verkehrt es zur Hingabe an unmäßigen Schmuck; zusätzlich dazu bringt sie die Habsucht mit sich, der die Begierde folgt, das heißt das letzte Glied oder der Schwanz des Tieres. Aber wie es nicht möglich ist, die Schlange am Schwanz zurückzuziehen, so dürfen wir, um die Lust zu beseitigen, nicht beim Letzten beginnen, es sei denn, man hat den ersten Eingang zum Bösen verschlossen.