
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
1 Danach bezeichnete der Herr noch zweiundsiebzig andere und sandte sie zu zweien vor sich her in jede Stadt und Ortschaft, in die er selbst kommen wollte. 2 Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter; bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sendet.
Aber wie nennt Er ein Werk, das erst jetzt beginnt, eine Ernte? Der Pflug ist noch nicht niedergelegt, noch die Furchen gezogen, und doch spricht Er von Ernten, denn seine Jünger könnten schwanken und sagen: Wie können wir, so wenige, die ganze Welt bekehren, wie können törichte Menschen die Weisen reformieren, nackte die Bewaffneten, Untertanen ihre Herrscher? Damit sie durch solche Gedanken nicht beunruhigt werden, nennt Er das Evangelium eine Ernte; als ob Er sagt: Alles ist bereit, ich sende euch zur Sammlung bereits vorbereiteter Früchte. Ihr könnt am selben Tag säen und ernten. Wie der Landmann also freudig zur Ernte hinausgeht, so müsst ihr noch viel mehr und mit größerer Freudigkeit in die Welt hinausgehen. Denn dies ist die wahre Ernte, die die Felder zeigt, alle für euch vorbereitet.