
Basilius der Große
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
38 Als sie weiterwanderten, kam er in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn in ihr Haus auf. Sie hatte eine Schwester namens Maria. 39 Die setzte sich zu Füßen des Herrn und lauschte seinem Wort. 40 Marta aber war durch vielerlei Dienste beansprucht; sie trat hinzu und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll! 41 Doch der Herr antwortete ihr: Marta, Marta, du machst dir Sorge und Unruhe um viele Dinge. 42 Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil erwählt, der wird ihr nicht genommen werden.
(in reg. fus. int. 19.) Es ist auch töricht, Nahrung zur Unterstützung des Körpers zu sich zu nehmen und dadurch im Gegenzug den Körper zu schädigen und ihn an der Erfüllung des göttlichen Gebots zu hindern. Wenn also ein armer Mann kommt, soll er ein Muster und Beispiel der Mäßigung in der Nahrung erhalten, und wir sollen unsere eigenen Tische nicht für diejenigen bereiten, die luxuriös leben wollen. Denn das Leben des Christen ist gleichförmig und strebt stets einem Ziel zu, nämlich der Ehre Gottes. Aber das Leben derer, die außerhalb sind, ist vielfältig und schwankend, nach Belieben verändert. Und wie kannst du in Wahrheit, wenn du deinen Tisch vor deinem Bruder mit Überfluss an Speisen deckst und um des Vergnügens des Festmahls willen, ihn der Luxus beschuldigen und ihn als Schlemmer schmähen und seine Nachgiebigkeit in dem tadeln, was du selbst ihm gewährst? Unser Herr lobte Martha nicht, als sie mit vielem Dienen beschäftigt war.