
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 10
38 Als sie weiterwanderten, kam er in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn in ihr Haus auf. Sie hatte eine Schwester namens Maria. 39 Die setzte sich zu Füßen des Herrn und lauschte seinem Wort. 40 Marta aber war durch vielerlei Dienste beansprucht; sie trat hinzu und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll! 41 Doch der Herr antwortete ihr: Marta, Marta, du machst dir Sorge und Unruhe um viele Dinge. 42 Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil erwählt, der wird ihr nicht genommen werden.
Durch sein eigenes Beispiel lehrt Er also seine Jünger, wie sie sich in den Häusern derer verhalten sollen, die sie aufnehmen, nämlich wenn sie in ein Haus kommen, sollen sie nicht müßig bleiben, sondern vielmehr die Herzen derer, die sie aufnehmen, mit heiliger und göttlicher Lehre erfüllen. Die aber, die das Haus bereiten, sollen ihren Gästen freudig und eifrig entgegengehen, aus zwei Gründen. Erstens nämlich werden sie durch die Lehre derer, die sie aufnehmen, erbaut; zweitens werden sie auch den Lohn der Nächstenliebe empfangen. Und daher folgt hier: Marta aber war sehr beschäftigt mit vielem Dienen, usw.