Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
59 Am achten Tag kamen sie, um das Kind zu beschneiden, und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. 60 Seine Mutter aber entgegnete: Nein, er soll Johannes heißen. 61 Sie antworteten ihr: Niemand ist in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt. 62 Sie winkten nun seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63 Er verlangte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name. Alle wunderten sich. 64 Sogleich wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge (gelöst) und er sprach und pries Gott.
In einem Allegorie war die Feier der Geburt des Johannes der Beginn der Gnade des Neuen Bundes. Seine Nachbarn und Verwandten wollten ihm lieber den Namen seines Vaters geben als den des Johannes. Denn die Juden, die durch die Beobachtung des Gesetzes gleichsam durch Verwandtschaftsbande mit ihm verbunden waren, zogen es vor, der Gerechtigkeit zu folgen, die aus dem Gesetz ist, als die Gnade des Glaubens zu empfangen. Aber der Name Johannes, (d. h. die Gnade Gottes,) genügt, um ihn anzukündigen, durch die Mutter im Wort, durch den Vater in der Schrift; denn sowohl das Gesetz selbst als auch die Psalmen und die Prophezeiungen sagen in klarster Sprache die Gnade Christi voraus; und jenes alte Priestertum bezeugt dasselbe durch die Vorausbildung seiner Zeremonien und Opfer. Und mit Recht spricht Zacharias am achten Tag nach der Geburt seines Kindes, denn durch die Auferstehung des Herrn, die am achten Tag geschah, d. h. am Tag nach dem Sabbat, (septimam sabbati.) wurden die verborgenen Geheimnisse des gesetzlichen Priestertums offenbart.