
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
59 Am achten Tag kamen sie, um das Kind zu beschneiden, und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. 60 Seine Mutter aber entgegnete: Nein, er soll Johannes heißen. 61 Sie antworteten ihr: Niemand ist in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt. 62 Sie winkten nun seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63 Er verlangte ein Täfelchen und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name. Alle wunderten sich. 64 Sogleich wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge (gelöst) und er sprach und pries Gott.
Mit Recht wurde auch von jenem Augenblick an seine Zunge gelöst, denn was der Unglaube gebunden hatte, befreite der Glaube. Lasst auch uns glauben, damit unsere Zunge, die durch die Ketten des Unglaubens gebunden war, durch die Stimme der Vernunft gelöst werde. Lasst uns Geheimnisse durch den Geist schreiben, wenn wir sprechen wollen. Lasst uns den Vorläufer Christi schreiben, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf die fleischlichen Tafeln des Herzens. Denn wer Johannes nennt, prophezeit Christus. Denn es folgt: Und er sprach und dankte.