Griechischer Exeget
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
39 Maria machte sich in diesen Tagen auf und eilte in eine Stadt im Gebirge von Judäa. 40 Sie trat in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. 41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib; Elisabet wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Woher wird mir dies zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn als der Klang deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45 Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was ihr vom Herrn gesagt wurde.
(Severus.) Von dieser Stelle leiten wir die Widerlegung des Eutyches ab, indem Christus als Frucht des Leibes bezeichnet wird. Denn jede Frucht ist von derselben Natur wie der Baum, der sie trägt. Es bleibt also, dass auch die Jungfrau von derselben Natur war wie der zweite Adam, der die Sünden der Welt hinwegnimmt. Aber auch jene, die seltsame Erdichtungen über das Fleisch Christi ersinnen, sollen erröten, wenn sie von der wirklichen Geburt der Mutter Gottes hören. Denn die Frucht selbst geht aus der Substanz des Baumes hervor. Wo sind auch jene, die sagen, Christus sei durch die Jungfrau gegangen wie Wasser durch einen Aquädukt? Diese sollen die Worte der Elisabeth bedenken, die vom Heiligen Geist erfüllt war, dass Christus die Frucht des Leibes war. Es folgt: Und woher kommt mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?