
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
36 Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und dies ist schon der sechste Monat für sie, die als unfruchtbar galt. 37 Denn für Gott ist nichts unmöglich. 38 Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort. Dann verließ sie der Engel.
Siehe nun die Demut, die Hingabe der Jungfrau. Denn es folgt: Aber Maria sprach: Siehe, die Magd des Herrn. Sie nennt sich seine Magd, die erwählt ist, seine Mutter zu sein, so fern war sie davon, durch die plötzliche Verheißung erhöht zu werden. Zugleich auch, indem sie sich Magd nennt, beanspruchte sie für sich auf keine andere Weise das Vorrecht einer so großen Gnade, als dass sie tun könnte, was ihr befohlen war. Denn da sie einen Sanftmütigen und Demütigen gebären sollte, war sie selbst verpflichtet, Demut zu zeigen. Wie es folgt: Mir geschehe nach deinem Wort. Du hast ihre Unterwerfung, du siehst ihren Wunsch. „Siehe, die Magd des Herrn“ bezeichnet die Bereitschaft zur Pflicht. „Mir geschehe nach deinem Wort“ die Empfängnis des Wunsches.