
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
18 Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist in vorgerücktem Alter. 19 Der Engel antwortete ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt, zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. 20 Aber, du wirst stumm sein und nicht sprechen können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden. 21 Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias; sie wunderten sich, dass er so lange im Heiligtum verweilte. 22 Als er dann heraustrat, konnte er nicht zu ihnen reden. Da erkannten sie, dass er im Heiligtum eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen Zeichen und blieb stumm.
(Hom. ii. De Inc. Nat. Dei sup.) Wenn Zacharias sein eigenes Alter und außerdem die Unfruchtbarkeit seiner Frau bedenkt, zweifelte er; wie es heißt: Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? als ob er sagte: „Wie soll das geschehen?“ Und er fügt den Grund seines Zweifelns hinzu: Denn ich bin ein alter Mann. Eine unpassende Zeit des Lebens, eine ungeeignete Natur; der Pflanzer schwach, der Boden unfruchtbar. Aber es wird von einigen für eine unverzeihliche Sache gehalten, dass er im Priester eine Reihe von Einwänden erhebt; denn wann immer Gott etwas erklärt, geziemt es uns, es im Glauben anzunehmen, und außerdem sind Streitigkeiten dieser Art das Kennzeichen eines rebellischen Geistes. Daher folgt: Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht.