
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 9
18 Die Juden aber wollten ihm nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden ist, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen herbeiriefen 19 und sie fragten: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? 20 Da antworteten seine Eltern: Wir wissen, dass dies unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. 21 Wie es aber kommt, dass er jetzt sieht, wissen wir nicht. Und wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn selbst, er ist alt genug. Er kann selbst über sich Auskunft geben. 22 Das sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten. Denn die Juden waren bereits übereingekommen, dass jeder, der ihn als Messias anerkennen würde, aus der Synagoge ausgestoßen werden sollte. 23 Deshalb sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.
(Hom. lvii. 2) Was für eine Dankbarkeit ist das bei den Eltern; sie verbergen, was sie wussten, aus Furcht vor den Juden? wie uns als Nächstes gesagt wird: Diese Worte sprachen seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten. Und dann erwähnt der Evangelist wieder, was die Absichten und Gesinnungen der Juden waren: Denn die Juden hatten bereits vereinbart, dass, wenn jemand bekennen würde, dass Er der Christus sei, er aus der Synagoge ausgestoßen werden sollte.