
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 9
1 Im Vorübergehen sah er einen Mann, der von Geburt an blind war. 2 Seine Jünger fragten ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, er selbst oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? 3 Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. 4 Ich muss die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6 Nach diesen Worten spie er auf den Boden, machte einen Teig aus dem Speichel, strich ihm den Teig auf die Augen 7 und sagte zu ihm: Geh, wasche dich im Teich Schiloach!, das heißt übersetzt: Gesandter. Da ging er fort, wusch sich und kam sehend zurück.
(Hom. lvi. 2) Solange es Tag ist, fügt Er hinzu; d. h. solange die Menschen Gelegenheit haben, an Mich zu glauben; solange dieses Leben dauert; Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Nacht bedeutet hier jene, von der im Matthäus gesprochen wird: Werft ihn in die äußerste Finsternis. (Mt. 22,13) Dann wird Nacht sein, in der niemand wirken kann, sondern nur empfangen für das, was er gewirkt hat. Solange du lebst, tue, was du tun willst; denn darüber hinaus gibt es weder Glauben noch Mühe noch Buße.