
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
37 Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keinen Raum findet. 38 Was ich bei meinem Vater gesehen habe, das sage ich, und auch ihr tut, was ihr bei euerem Vater gehört habt. 39 Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr die Werke Abrahams tun. 40 Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eueres Vaters. Sie sagten zu ihm: Wir sind nicht aus einem Ehebruch hervorgegangen, wir haben nur einen Vater: Gott.
(Hom. liv. 2) Er sagt dies, damit sie nicht versuchen, zu antworten, dass sie keine Sünde hätten. Er erinnert sie an eine gegenwärtige Sünde; eine Sünde, die sie schon seit einiger Zeit im Sinn hegten und die in diesem Augenblick tatsächlich in ihren Gedanken war: wobei ihr allgemeiner Lebenswandel außer Frage steht. So entfernt Er sie nach und nach aus ihrer Verwandtschaft mit Abraham und lehrt sie, sich nicht so sehr darauf zu stützen: denn wie Knechtschaft und Freiheit Folgen von Werken waren, so war es auch die Verwandtschaft. Und damit sie nicht sagen konnten: Wir tun es zu Recht, fügt Er den Grund hinzu, warum sie es taten: Weil mein Wort keinen Platz in euch hat.