
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
31 Da sagte Jesus zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. 32 Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und haben nie jemals irgendjemand als Sklaven gedient. Wie kannst du behaupten: Ihr werdet frei werden? 34 Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Jeder, der Sünde tut, ist Sklave der Sünde. 35 Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus. Der Sohn bleibt für immer. 36 Wenn euch also der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.
(Hom. liv. 1, 2) Oder so: Nachdem Er gesagt hat, dass wer auch immer Sünde begeht, der Knecht der Sünde ist, nimmt Er die Antwort vorweg, dass ihre Opfer sie retteten, indem Er sagt: Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus, aber der Sohn bleibt ewig. Das Haus, sagt Er, bedeutet das Haus des Vaters droben; in dem Er selbst, um einen Vergleich aus der Welt zu ziehen, alle Macht hatte, so wie ein Mensch alle Macht in seinem eigenen Haus hat. Bleibt nicht, bedeutet, hat nicht die Macht zu geben; die der Sohn, der der Herr des Hauses ist, hat. Die Priester des alten Gesetzes hatten nicht die Macht, Sünden durch die Sakramente des Gesetzes zu vergeben; denn alle waren Sünder. Sogar die Priester, die, wie der Apostel sagt, verpflichtet waren, Opfer für sich selbst darzubringen. Aber der Sohn hat diese Macht; und deshalb schließt unser Herr: Wenn euch also der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei; was impliziert, dass jene irdische Freiheit, deren sich die Menschen so sehr rühmten, nicht die wahre Freiheit war.