
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
31 Da sagte Jesus zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. 32 Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und haben nie jemals irgendjemand als Sklaven gedient. Wie kannst du behaupten: Ihr werdet frei werden? 34 Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Jeder, der Sünde tut, ist Sklave der Sünde. 35 Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus. Der Sohn bleibt für immer. 36 Wenn euch also der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.
(Hom. liv. 1) Menschen, die wirklich glaubten, hätten eine Zurechtweisung ertragen können. Aber diese Menschen begannen sogleich, Zorn zu zeigen. In der Tat, wenn sie schon über Sein früheres Wort beunruhigt waren, hatten sie jetzt viel mehr Grund dazu. Denn sie könnten argumentieren: Wenn Er sagt, wir werden die Wahrheit erkennen, muss Er meinen, dass wir sie jetzt nicht erkennen; also ist das Gesetz eine Lüge, unser Wissen eine Täuschung. Aber ihre Gedanken nahmen keine solche Richtung: ihr Kummer ist ganz weltlich; sie kennen keine andere Knechtschaft als die dieser Welt: Sie antworteten Ihm: Wir sind Abrahams Nachkommen und sind nie jemandes Knechte gewesen. Wie sagst Du dann, wir werden frei werden? Als wollten sie sagen: Die von Abrahams Stamm sind frei und sollten nicht Sklaven genannt werden; wir sind nie jemandes Knechte gewesen.