
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
21 Wiederum sagte er zu ihnen: Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen. Und ihr werdet in euerer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen. 22 Darauf sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen? 23 Er sagte zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. 24 Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in eueren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in eueren Sünden sterben.
(Tract. xxxviii. 6) Unser Herr drückt Seine Bedeutung in den Worten aus: Ihr seid von dieser Welt, d. h. ihr seid Sünder. Wir alle sind in Sünde geboren; alle haben durch unsere Taten zu der Sünde hinzugefügt, in die wir geboren wurden. Das Elend der Juden war also nicht, dass sie Sünde hatten, sondern dass sie in ihrer Sünde sterben würden: Ich habe euch daher gesagt, dass ihr in eurer Sünde sterben werdet. Unter der Menge jedoch, die unseren Herrn hörte, waren einige, die im Begriff waren zu glauben; während dieses härteste Urteil über alle ergangen war: Ihr werdet in eurer Sünde sterben; zur Vernichtung aller Hoffnung sogar in denen, die später glauben sollten. So ruft Seine nächste Worte die Letzteren zur Hoffnung zurück: Denn wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin, werdet ihr in eurer Sünde sterben; wenn ihr also glaubt, dass Ich es bin, werdet ihr nicht in eurer Sünde sterben.