Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
21 Wiederum sagte er zu ihnen: Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen. Und ihr werdet in euerer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen. 22 Darauf sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen? 23 Er sagte zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. 24 Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in eueren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in eueren Sünden sterben.
(tom. xix. in Joan. s. 5.) „Unten“ und „von dieser Welt“ sind verschiedene Dinge. „Unten“ bezieht sich auf einen bestimmten Ort; diese materielle Welt umfasst verschiedene Bereiche, die alle im Vergleich zu immateriellen und unsichtbaren Dingen unten sind, aber im Vergleich zueinander einige unten, einige oben. Wo der Schatz eines jeden ist, dort ist auch sein Herz. Wenn ein Mensch also Schätze auf Erden sammelt, ist er unten; wenn jemand Schätze im Himmel sammelt, ist er oben; ja, er steigt über alle Hörer empor und erreicht ein höchst seliges Ende. Und wiederum macht die Liebe zu dieser Welt einen Menschen zu einem Weltmenschen; wer aber die Welt nicht liebt, noch die Dinge, die in der Welt sind, ist nicht von der Welt. Doch gibt es jenseits dieser sinnlichen Welt eine andere Welt, in der unsichtbare Dinge sind, deren Schönheit die reinen Herzen schauen werden; ja, der Erstgeborene aller Schöpfung kann Welt genannt werden, insofern Er absolute Weisheit ist und in der Weisheit alle Dinge gemacht wurden. In Ihm war also die ganze Welt, die sich von der materiellen Welt unterscheidet, sofern das Schema, losgelöst von der Materie, sich von der Materie selbst unterscheidet. Die Seele Christi sagt also: Ich bin nicht von dieser Welt; d. h. weil sie ihren Wandel nicht in dieser Welt hat.