
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
37 Am letzten, dem großen Tag des Festes, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, 38 wer an mich glaubt; wie die Schrift sagt: Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Inneren fließen. 39 Das sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glauben. Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
(iv. de Trin. c. xx) Doch lesen wir von Johannes dem Täufer: Er wird schon von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt sein. (Lk 1:15) Und Zacharias wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und weissagte. Maria wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und weissagte von unserem Herrn. Und ebenso Simeon und Anna, damit sie die Größe des Kindes Christus erkannten. Wir müssen also verstehen, dass die Gabe des Heiligen Geistes nach der Erhöhung Christi auf eine Weise gewiss erfolgen sollte, wie nie zuvor. Sie sollte bei Seinem Kommen eine Besonderheit haben, die sie vorher nicht hatte. Denn wir lesen nirgends von Menschen, die unter dem Einfluss des Heiligen Geistes in Zungen redeten, die sie nie gekannt hatten, wie es damals geschah, als es notwendig war, Sein Kommen durch sinnliche Wunder zu bezeugen.