
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
25 Da sagten einige von den Leuten aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? 26 Und doch redet er in aller Öffentlichkeit und sie lassen ihn gewähren. Sollten denn die Oberen wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? 27 Aber von ihm wissen wir, woher er ist. Vom Messias jedoch, wenn er kommt, weiß niemand, woher er ist. 28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, laut aus: Ja, ihr kennt mich und wisst, woher ich bin. Und doch bin ich nicht von mir aus gekommen, sondern es gibt einen, der für die Wahrheit bürgt; er hat mich gesandt. Aber ihr kennt ihn nicht. 29 Ich kenne ihn, denn ich komme von ihm, und er hat mich gesandt. 30 Da wollten sie ihn festnehmen. Aber niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
(Tr. xxxi. 1) Oben wurde gesagt, dass unser Herr heimlich zum Fest hinaufging, nicht weil er fürchtete, ergriffen zu werden (denn er hatte die Macht, es zu verhindern), sondern um bildlich zu zeigen, dass er sogar im Fest, das die Juden feierten, verborgen war und dass es sein Geheimnis war. Jetzt aber erscheint die Macht, die man für Furchtsamkeit hielt: Er sprach öffentlich am Fest, so sehr, dass die Menge staunte: Einige von ihnen in Jerusalem sagten: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? Aber siehe, er spricht freimütig, und sie sagen ihm nichts. Sie kannten die Heftigkeit, mit der man ihn gesucht hatte; sie staunten über die Macht, durch die er nicht ergriffen wurde.