
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
14 Als das Fest schon zur Hälfte vorüber war, ging Jesus zum Tempel hinauf und lehrte. 15 Da wunderten sich die Juden und sagten: Wie kann er die Schrift verstehen, ohne Unterricht erhalten zu haben? 16 Da antwortete ihnen Jesus: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. 17 Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich in eigener Verantwortung spreche. 18 Wer in eigener Verantwortung spricht, sucht seine eigene Ehre. Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.
(Tract. xxix. s. 6) Sollte jedoch jemand dies nicht verstehen, so höre er den Rat, der sogleich von unserem Herrn folgt: Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob die Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst rede. Was bedeutet dies: Wenn jemand seinen Willen tun will? Seinen Willen tun heißt an ihn glauben, wie er selbst sagt: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. (c. 6:29) Und wer weiß nicht, dass das Werk Gottes tun heißt, seinen Willen tun? Erkennen heißt verstehen. Suchet also nicht zu verstehen, um zu glauben, sondern glaubet, um zu verstehen, denn: Wenn ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht verstehen. (Is. 7:9. Vulg.)