
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
9 Das sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa. 10 Nachdem aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern im Verborgenen. 11 Die Juden suchten ihn beim Fest und sagten: Wo ist er? 12 Und unter den Volksscharen war viel Gerede über ihn. Die einen sagten: Er ist ein guter Mann. Andere sagten: Nein, er verführt das Volk. 13 Niemand aber redete über ihn frei heraus aus Furcht vor den Juden.
(Hom. xlviii. s. 2) Er geht hinauf, nicht um zu leiden, sondern um zu lehren. Und Er geht heimlich hinauf; denn obwohl Er hätte offen gehen und die Gewalt und Ungestüm der Juden im Zaum halten können, wie Er es oft zuvor getan hatte; doch dies jedes Mal zu tun, hätte Seine Göttlichkeit offenbart; und Er wollte die Tatsache Seiner Menschwerdung bekräftigen und uns den Weg des Lebens lehren. Und Er ging auch privat hinauf, um uns zu zeigen, was wir tun sollen, die wir unsere Verfolger nicht im Zaum halten können. Es heißt jedoch nicht „im Verborgenen“, sondern „wie im Verborgenen“; um zu zeigen, dass es als eine Art Ökonomie geschah. Denn hätte Er alles als Gott getan, wie sollten wir von dieser Welt wissen, was zu tun ist, wenn wir in Gefahr geraten?