
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
60 Viele von seinen Jüngern, die das hörten, sagten: Diese Rede ist hart. Wer kann sie anhören? 61 Jesus aber, der selbst wusste, dass seine Jünger darüber murrten, sagte zu ihnen: Daran nehmt ihr Anstoß? 62 Wenn ihr nun den Menschensohn dorthin hinaufsteigen seht, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der Leben schafft; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. 64 Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. 65 Und er sagte: Deshalb habe ich euch gesagt, dass keiner zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. 66 Von da an zogen sich viele von seinen Jüngern zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. 67 Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? 68 Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist. 70 Jesus erwiderte ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel. 71 Er meinte damit Judas, den Sohn des Simon Iskariot. Dieser sollte ihn nämlich verraten -- einer der Zwölf.
(Hom. xlvi. 2) Aber es könnte gefragt werden, welchen Grund es gab, zu ihnen Worte zu sprechen, die nicht erbauten, sondern eher hätten schaden können? Es war sehr nützlich und notwendig; aus diesem Grund hatten sie gerade eben inständig um leibliche Speise gebeten und ihn an das erinnert, was ihren Vätern gegeben worden war. So erinnert Er sie hier an die geistige Speise; um zu zeigen, dass alle jene Wunder typisch waren. Sie hätten damals nicht Anstoß nehmen dürfen, sondern hätten Ihn weiter befragen sollen. Das Ärgernis lag an ihrer Torheit, nicht an der Schwierigkeit der von unserem Herrn verkündeten Wahrheiten.