
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das euere Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. 59 Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.
(Hom. xlvii. 1) Denn wenn es möglich war, ohne Ernte oder Frucht der Erde oder dergleichen, das Leben der Israeliten einst vierzig Jahre lang zu erhalten, so wird er dies viel mehr mit jener geistigen Speise tun können, von der das Manna das Vorbild ist. Er wusste, wie kostbar das Leben in den Augen der Menschen ist, und wiederholte daher oft seine Verheißung des Lebens; wie es auch das Alte Testament getan hatte; (Exod. 20:12) nur dass dieses nur Länge des Lebens bot, er das Leben ohne Ende. (Deut. 22:7) Diese Verheißung war eine Aufhebung jenes Todesurteils, das die Sünde über uns gebracht hatte. Dies sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte; (1 Kön. 3:14) wo viele Offenbarungen seiner Macht geschahen. (Ps. 21:4; 91:16) Er lehrte in der Synagoge und im Tempel, (Spr. 3:2) um die Menge anzuziehen und als Zeichen, dass er nicht im Gegensatz zum Vater handelte.