
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
52 Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? 53 Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
(super Joan. c. xxvi. 15) Unter dieser Speise und diesem Trank also will er uns die Gemeinschaft seines Leibes und seiner Glieder verstehen lassen, welche die Kirche ist, in den vorherbestimmten, berufenen, gerechtfertigten und verherrlichten Heiligen und Gläubigen. Deren Sakrament, d. h. der Einheit des Leibes und Blutes Christi, wird an manchen Orten täglich, an anderen an bestimmten Tagen vom Tisch des Herrn gespendet: und vom Tisch des Herrn wird es von einigen zum Heil, von anderen zur Verdammnis empfangen. Die Sache selbst aber, deren Sakrament dies ist, ist für unser Heil für jeden, der daran teilhat, zur Verdammnis für keinen. Damit wir nicht annehmen, dass diejenigen, denen aufgrund jener Speise und jenes Trankes ewiges Leben verheißen wurde, nicht im Leib sterben würden, fügt er hinzu: Und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag; d. h. zu jenem ewigen Leben, einer geistlichen Ruhe, in die die Geister der Heiligen eingehen. Aber auch der Leib soll nicht des ewigen Lebens beraubt werden, sondern wird damit ausgestattet werden bei der Auferstehung der Toten am letzten Tag.