
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
35 Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. 36 Aber ich habe euch ja gesagt, dass ihr mich zwar gesehen habt, aber doch nicht glaubt. 37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und den, der zu mir kommt, werde ich gewiss nicht verstoßen. 38 Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, verliere, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tag. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat und dass ich ihn auferwecke am Jüngsten Tag.
(Tr. xxv. 19) Siehe, wie die zweifache Auferstehung hier ausgedrückt wird. Wer zu Mir kommt, wird sogleich auferstehen; indem er demütig wird und ein Glied von Mir. Aber dann fährt Er fort: Aber Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Um die Worte zu erklären: Alles, was der Vater Mir gegeben hat, und: Ich sollte nichts verlieren, fügt Er hinzu: Und dies ist der Wille Dessen, der Mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe; und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Oben sagte Er: Wer Mein Wort hört und an Den glaubt, der Mich gesandt hat: (c. 5:24) jetzt ist es: Jeder, der den Sohn sieht und an Ihn glaubt. Er sagt nicht: glaubt an den Vater, weil es dasselbe ist, an den Vater und an den Sohn zu glauben; denn wie der Vater das Leben in Sich selbst hat, so hat Er auch dem Sohn gegeben, das Leben in Sich selbst zu haben; und wiederum: Dass, wer den Sohn sieht und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe: d. h. durch den Glauben, durch den Übergang zum Leben, wie bei der ersten Auferstehung. Aber dies ist nur die erste Auferstehung; Er spielt auf die zweite an, wenn Er sagt: Und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.