
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
22 Am nächsten Tag sah die Menge, die jenseits des Sees stand, dass dort kein anderes Boot gewesen war außer dem einen und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein weggefahren waren. 23 Aus Tiberias kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. 24 Als die Menge sah, dass weder Jesus noch seine Jünger da waren, stiegen sie selbst in die Boote und fuhren nach Kafarnaum, um Jesus zu suchen. 25 Als sie ihn am anderen Ufer des Sees gefunden hatten, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? 26 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27 Müht euch nicht um die Speise, die vergänglich ist, sondern um die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
(viii. de Trin. c. 44) Ein Siegel drückt ein vollkommenes Abbild des Stempels aus, während es zugleich diesen Eindruck aufnimmt. Dies ist kein vollkommenes Gleichnis der göttlichen Zeugung: denn das Versiegeln setzt Materie voraus, verschiedene Arten von Materie, den Eindruck des Härteren auf das Weichere. Doch Er, der als Gott eingeboren und als Menschensohn nur durch das Sakrament unseres Heils, gebraucht es, um die Fülle des Vaters auszudrücken, die Ihm aufgeprägt ist. Er will den Juden zeigen, dass Er die Macht hat, die ewige Speise zu geben, weil Er in Sich die Fülle Gottes enthielt.