
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
22 Am nächsten Tag sah die Menge, die jenseits des Sees stand, dass dort kein anderes Boot gewesen war außer dem einen und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein weggefahren waren. 23 Aus Tiberias kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. 24 Als die Menge sah, dass weder Jesus noch seine Jünger da waren, stiegen sie selbst in die Boote und fuhren nach Kafarnaum, um Jesus zu suchen. 25 Als sie ihn am anderen Ufer des Sees gefunden hatten, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? 26 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27 Müht euch nicht um die Speise, die vergänglich ist, sondern um die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
(Hom. xliii. 1) Doch nach einem so großen Wunder fragten sie Ihn nicht, wie Er hinübergekommen sei, noch zeigten sie irgendeine Besorgnis darüber; wie aus dem Folgenden hervorgeht: Und als sie Ihn am anderen Ufer des Meeres gefunden hatten, sagten sie zu Ihm: Rabbi, wann bist Du hierher gekommen? Es sei denn, wir sagen, dass dieses „wann“ „wie“ bedeutete. Und beachte ihre Leichtfertigkeit des Geistes. Nachdem sie gesagt hatten: „Dies ist jener Prophet“, und Ihn mit Gewalt ergreifen wollten, um Ihn zum König zu machen, denken sie, als sie Ihn finden, nichts dergleichen.