
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
31 Wenn ich für mich selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. 32 Ein anderer ist es, der Zeugnis für mich ablegt, und ich weiß, dass das Zeugnis, das er von mir gibt, glaubwürdig ist. 33 Ihr habt zu Johannes geschickt und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. 34 Ich aber nehme von einem Menschen kein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. 35 Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet. Ihr aber wolltet euch für den Augenblick an ihrem Licht erfreuen. 36 Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater zu vollbringen übertragen hat, eben diese Werke, die ich tue, legen Zeugnis für mich ab, dass mich der Vater gesandt hat. 37 Auch der Vater, der mich gesandt hat, hat Zeugnis für mich abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38 und auch sein Wort wohnt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 39 Ihr durchforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben. Gerade sie sind es, die Zeugnis von mir geben. 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um Leben zu haben.
(vi. de Trin. c. 27) Der eingeborene Gott erweist sich als der Sohn, nicht nur durch das Zeugnis des Menschen, sondern durch seine eigene Macht. Die Werke, die er tut, geben Zeugnis davon, dass er vom Vater gesandt ist. Daher werden der Gehorsam des Sohnes und die Autorität des Vaters in dem offenbart, der gesandt wurde. Aber da das Zeugnis der Werke nicht ausreichend Beweis ist, folgt: Und der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Öffnet die evangelischen Bände und prüft ihren ganzen Umfang: Kein Zeugnis des Vaters über den Sohn wird in irgendeinem der Bücher gegeben, außer dass er der Sohn ist. Welch eine Verleumdung ist es also in Menschen, die jetzt sagen, dass dies nur ein Name der Annahme sei: damit machen sie Gott zum Lügner und die Namen bedeutungslos.