Alkuin
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
31 Wenn ich für mich selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. 32 Ein anderer ist es, der Zeugnis für mich ablegt, und ich weiß, dass das Zeugnis, das er von mir gibt, glaubwürdig ist. 33 Ihr habt zu Johannes geschickt und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. 34 Ich aber nehme von einem Menschen kein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. 35 Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet. Ihr aber wolltet euch für den Augenblick an ihrem Licht erfreuen. 36 Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater zu vollbringen übertragen hat, eben diese Werke, die ich tue, legen Zeugnis für mich ab, dass mich der Vater gesandt hat. 37 Auch der Vater, der mich gesandt hat, hat Zeugnis für mich abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38 und auch sein Wort wohnt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 39 Ihr durchforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben. Gerade sie sind es, die Zeugnis von mir geben. 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um Leben zu haben.
Oder so: Christus, der sowohl Gott als auch Mensch ist, zeigt das eigentliche Bestehen beider, indem er manchmal gemäß der Natur spricht, die er vom Menschen annahm, manchmal gemäß der Majestät der Gottheit. Wenn ich von mir selbst Zeugnis gebe, so ist mein Zeugnis nicht wahr: Dies ist von seiner Menschheit zu verstehen; der Sinn ist: Wenn ich, ein Mensch, von mir selbst Zeugnis gebe, d. h. ohne Gott, so ist mein Zeugnis nicht wahr; und dann folgt: Es ist ein anderer, der von mir Zeugnis gibt. Der Vater gab Zeugnis von Christus durch die Stimme, die bei der Taufe und bei der Verklärung auf dem Berg gehört wurde. Und ich weiß, dass sein Zeugnis wahr ist; denn er ist der Gott der Wahrheit. Wie könnte sein Zeugnis dann anders als wahr sein?