
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
31 Wenn ich für mich selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. 32 Ein anderer ist es, der Zeugnis für mich ablegt, und ich weiß, dass das Zeugnis, das er von mir gibt, glaubwürdig ist. 33 Ihr habt zu Johannes geschickt und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. 34 Ich aber nehme von einem Menschen kein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. 35 Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet. Ihr aber wolltet euch für den Augenblick an ihrem Licht erfreuen. 36 Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater zu vollbringen übertragen hat, eben diese Werke, die ich tue, legen Zeugnis für mich ab, dass mich der Vater gesandt hat. 37 Auch der Vater, der mich gesandt hat, hat Zeugnis für mich abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38 und auch sein Wort wohnt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 39 Ihr durchforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben. Gerade sie sind es, die Zeugnis von mir geben. 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um Leben zu haben.
(de Verb. Dom. s. 43) Er wusste, dass sein Zeugnis von sich selbst wahr war, aber aus Mitleid mit den Schwachen und Ungläubigen suchte die Sonne nach Kerzen, damit ihr schwaches Sehvermögen nicht von seinem vollen Glanz geblendet würde. Und deshalb wurde Johannes hervorgebracht, um sein Zeugnis für die Wahrheit zu geben. Nicht dass es wirklich solch ein Zeugnis gäbe, denn welche Zeugen auch immer von ihm Zeugnis geben, in Wirklichkeit ist er es, der von sich selbst Zeugnis gibt; so wie es sein Wohnen in den Zeugen ist, das sie dazu bewegt, so ihr Zeugnis für die Wahrheit zu geben.