
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
25 Amen, amen, ich sage euch: Es kommt die Stunde und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. 26 Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben.
(vii. de Trin. c. 27, 28) Lebendig geboren aus Lebendigem, hat die Vollkommenheit der Geburt, ohne die Neuheit der Natur. Denn es ist nichts Neues in der Zeugung von Lebendigem zu Lebendigem impliziert, da das Leben nicht bei seiner Geburt aus dem Nichts kommt. Und das Leben, das seine Geburt aus dem Leben ableitet, muss durch die Einheit der Natur und das Sakrament einer vollkommenen Geburt sowohl in dem lebendigen Wesen sein als auch das Wesen, das es lebt, in sich haben. Die schwache menschliche Natur freilich ist aus ungleichen Elementen zusammengesetzt und aus lebloser Materie zum Leben gebracht; noch lebt der menschliche Nachkomme einige Zeit nach seiner Zeugung. Noch lebt er ganz aus dem Leben, da vieles in ihm unmerklich wächst und unmerklich verfällt. Aber bei Gott lebt alles, was er ist: denn Gott ist Leben, und aus dem Leben kann nichts sein außer dem, was lebendig ist.