
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
21 Denn wie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. 22 Der Vater richtet ja auch niemand, sondern er hat alles Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
(de Trin. c. 29. [xiii.]) Denn dies, nämlich dass der Vater dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat, bedeutet nicht, dass er den Sohn mit diesem Attribut gezeugt hat, wie es in den Worten gemeint ist: So hat er dem Sohn gegeben, das Leben in sich selbst zu haben. Denn wenn dem so wäre, würde nicht gesagt: Der Vater richtet niemand, weil, insofern der Vater den Sohn gleich gezeugt hat, er mit dem Sohn richtet. Gemeint ist, dass im Gericht nicht die Gestalt Gottes, sondern die Gestalt des Menschensohnes erscheinen wird; nicht weil der nicht richten wird, der dem Sohn das ganze Gericht übergeben hat; da der Sohn von ihm weiter unten sagt: Es ist einer, der sucht und richtet, (c. 8.) sondern der Vater richtet niemand; d. h. niemand wird ihn im Gericht sehen, sondern alle werden den Sohn sehen, weil er der Menschensohn ist, sogar die Gottlosen, die auf den blicken werden, den sie durchbohrt haben. (Zech. 12)