
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
21 Denn wie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. 22 Der Vater richtet ja auch niemand, sondern er hat alles Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
(Tr. xxi. s. 5, 6) Nachdem Er gesagt hat, dass der Vater dem Sohn größere Werke zeigen wird als diese, fährt Er fort, diese größeren Werke zu beschreiben: Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen Er will. Dies sind offensichtlich größere Werke, denn es ist mehr ein Wunder, dass ein Toter wieder aufersteht, als dass ein Kranker gesund wird. Wir dürfen aus den Worten nicht verstehen, dass einige vom Vater, andere vom Sohn auferweckt werden; sondern dass der Sohn dieselben zum Leben erweckt, die der Vater auferweckt. Und um davor zu bewahren, dass jemand sagt: Der Vater erweckt die Toten durch den Sohn, der Erstere durch seine eigene Macht, der Letztere wie ein Werkzeug durch eine andere Macht, behauptet Er ausdrücklich die Macht des Sohnes: Der Sohn macht lebendig, wen Er will. Beachte hier nicht nur die Macht des Sohnes, sondern auch seinen Willen. Vater und Sohn haben dieselbe Macht und denselben Willen. Der Vater will nichts, was vom Sohn verschieden ist; sondern beide haben denselben Willen, so wie sie dieselbe Substanz haben.