
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
14 Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Nun bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres widerfährt. 15 Da ging der Mann fort und sagte den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 16 Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte. 17 Jesus aber hielt ihnen entgegen: Mein Vater wirkt bis jetzt und auch ich wirke. 18 Deshalb trachteten die Juden noch mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
(Tr. xvii. c. 13) Diese Ankündigung erzürnte sie, und deshalb verfolgten die Juden Jesus, weil er diese Dinge am Sabbat getan hatte. Ein offensichtliches leibliches Werk war vor ihren Augen geschehen, verschieden von der Heilung des Körpers des Mannes, und das nicht notwendig gewesen wäre, selbst wenn die Heilung es war; nämlich das Tragen des Bettes. Deshalb sagt unser Herr offen, dass das Sakrament des Sabbats, das Zeichen der Beobachtung eines Tages von sieben, nur eine vorübergehende Einrichtung war, die in ihm ihre Erfüllung gefunden hatte: Aber Jesus antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke: als ob er sagte: Glaubt nicht, dass mein Vater am Sabbat in dem Sinne geruht hat, dass er von da an aufgehört hat zu wirken; denn er wirkt bis zu dieser Stunde, allerdings ohne Mühe, und so wirke auch ich. Gottes Ruhen bedeutet nur, dass er nach der Schöpfung kein anderes Geschöpf mehr gemacht hat. Die Schrift nennt es Ruhe, um uns an die Ruhe zu erinnern, die wir nach einem Leben guter Werke hier genießen werden. Und wie Gott erst, als er den Menschen nach seinem eigenen Bild und Gleichnis gemacht und alle seine Werke vollendet und gesehen hatte, dass sie sehr gut waren, am siebten Tag ruhte: so erwarte auch du keine Ruhe, es sei denn, du kehrst zu dem Gleichnis zurück, in dem du gemacht wurdest, das du aber durch die Sünde verloren hast; d. h. es sei denn, du tust gute Werke.