Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
31 Unterdessen baten ihn die Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger untereinander: Es hat ihm doch niemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sagte zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.
Aus der Frage der Jünger: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht, können wir schließen, dass unser Herr gewohnt war, Speise von anderen anzunehmen, wenn sie ihm angeboten wurde; nicht dass er, der allen Fleisch Speise gibt (Ps. 146), irgendeiner Hilfe bedurft hätte; sondern er nahm sie an, damit die, die sie gaben, ihren Lohn empfingen und damit die Armut fortan nicht erröten müsse und die Unterstützung durch andere nicht als Schande gelte. Es ist angemessen und notwendig, dass Lehrer von anderen abhängen, die ihnen Speise bereitstellen, damit sie, frei von allen anderen Sorgen, sich umso mehr dem Dienst des Wortes widmen können.