
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
27 Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach. Keiner jedoch sagte: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen, ging in die Stadt und sagte zu den Leuten: 29 Kommt, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Ob er vielleicht der Messias ist? 30 Da liefen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
(Hom. xxxiv. 1) Sie ließ sich nicht durch Scham davon abhalten, das zu verbreiten, was ihr gesagt worden war. Denn die Seele, wenn sie einmal von der göttlichen Flamme entzündet ist, achtet weder auf Ruhm noch auf Schande noch auf irgendein anderes irdisches Ding, sondern nur auf die Flamme, die sie verzehrt. Aber sie wollte nicht, dass sie sich nur auf ihren Bericht verließen, sondern dass sie kämen und selbst über Christus urteilten. Kommt, seht einen Menschen, sagt sie. Sie sagt nicht: Kommt und glaubt, sondern: Kommt und seht; was eine leichtere Sache ist. Denn sie wusste wohl, dass sie, wenn sie nur von jenem Brunnen kosteten, fühlen würden wie sie.