
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Lebensmittel einzukaufen. 9 Da sagte die Samariterin zu ihm: Wie kannst du, ein Jude, von mir, einer Samariterin, zu trinken verlangen? Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. 10 Jesus antwortete ihr: Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher hast du also das lebendige Wasser? 12 Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen geschenkt und selbst daraus getrunken hat samt seinen Kindern und seinen Herden?
(Hom. xxxii) In der Schrift wird die Gnade des Heiligen Geistes manchmal Feuer, manchmal Wasser genannt, was zeigt, dass diese Worte nicht seine Substanz, sondern seine Wirkung ausdrücken. Die Metapher des Feuers vermittelt die lebendige und sündenverzehrende Eigenschaft der Gnade; die des Wassers die Reinigung des Geistes und die Erfrischung der Seelen, die ihn empfangen.