
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
1 Als Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes -- 2 doch taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Jünger --, 3 verließ er Judäa und begab sich wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 So kam er zu einer Stadt in Samarien namens Sychar in der Nähe des Grundstücks, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. 6 Dort war der Jakobsbrunnen. Jesus, müde von der Wanderung, ließ sich am Brunnen nieder. Es war ungefähr die sechste Stunde.
(Hom. xxxi. 2) Als Christus sich aus Judäa zurückzog, schloss Er sich denen an, bei denen Er zuvor war, wie wir als Nächstes lesen: „Und zog wieder nach Galiläa.“ Wie die Apostel, als sie von den Juden vertrieben wurden, zu den Heiden gingen, so geht Christus zu den Samaritanern. Aber um den Juden jede Entschuldigung zu nehmen, geht Er nicht dorthin, um dort zu bleiben, sondern nimmt es nur auf Seinem Weg mit, wie der Evangelist andeutet, wenn er sagt: „Und Er musste durch Samaria ziehen.“ Samaria hat seinen Namen von Somer, einem dortigen Berg, der nach dem Namen eines früheren Besitzers so genannt wurde. Die Einwohner des Landes waren früher keine Samaritaner, sondern Israeliten. Aber im Laufe der Zeit fielen sie unter Gottes Zorn, und der König von Assyrien verpflanzte sie nach Babylon und Medien; er setzte Heiden aus verschiedenen Gegenden an ihre Stelle in Samaria. Gott jedoch, um zu zeigen, dass es nicht an Macht auf Seiner Seite lag, dass Er die Juden preisgab, sondern an den Sünden des Volkes selbst, sandte Löwen, um die Barbaren zu plagen. Dies wurde dem König berichtet, und er sandte einen Priester, um sie im Gesetz Gottes zu unterweisen. Aber auch damals ließen sie nicht ganz von ihrer Ungerechtigkeit ab, sondern änderten sich nur zur Hälfte. Denn im Laufe der Zeit wandten sie sich wieder den Götzen zu, obwohl sie noch Gott anbeteten und sich nach dem Berg Samaritaner nannten.