
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
1 Als Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes -- 2 doch taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Jünger --, 3 verließ er Judäa und begab sich wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 So kam er zu einer Stadt in Samarien namens Sychar in der Nähe des Grundstücks, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. 6 Dort war der Jakobsbrunnen. Jesus, müde von der Wanderung, ließ sich am Brunnen nieder. Es war ungefähr die sechste Stunde.
(Hom. xxxi. 1) Christus selbst taufte nicht, aber die, welche die Tatsache berichteten, stellten es so dar, als ob Christus selbst taufte, um den Neid ihrer Hörer zu erregen. (non occ.). Der Grund, warum Er nicht selbst taufte, war bereits von Johannes erklärt worden: „Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Lk 3,16) Nun hatte Er den Heiligen Geist noch nicht gegeben; daher war es angemessen, dass Er nicht taufte. Aber Seine Jünger tauften als wirksames Mittel der Unterweisung; besser, als hier und da Gläubige zu sammeln, wie es bei Simon und seinem Bruder geschehen war. Ihre Taufe hatte jedoch nicht mehr Kraft als die Taufe des Johannes; beide waren ohne die Gnade des Geistes, und beide hatten ein Ziel, nämlich die Menschen zu Christus zu führen.