
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
32 er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, aber niemand nimmt sein Zeugnis an. 33 Wer sein Zeugnis annimmt, bestätigt damit, dass Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn den Gehorsam verweigert, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.
(Hom. xxxi. 1) Er meint hier nicht, dass der Glaube an den Sohn ausreicht, um das ewige Leben zu erlangen, denn anderswo sagt Er: „Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich eingehen.“ (Mt 7) Und die Lästerung gegen den Heiligen Geist genügt an sich, um in die Hölle zu führen. Aber wir dürfen nicht denken, dass selbst ein rechter Glaube an Vater, Sohn und Heiligen Geist zum Heil ausreicht; denn wir bedürfen eines guten Lebens und Wandels. Da Er nun weiß, dass die Mehrheit nicht so sehr durch die Verheißung des Guten als durch die Drohung der Strafe bewegt wird, schließt Er: „Wer aber nicht an den Sohn glaubt, wird das Leben nicht sehen; sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ Siehe, wie Er sich wieder auf den Vater bezieht, wenn Er von Strafe spricht. Er sagt nicht: der Zorn des Sohnes, obwohl der Sohn Richter ist; sondern macht den Vater zum Richter, um die Menschen mehr zu erschrecken. Und Er sagt nicht „in ihm“, sondern „auf ihm“, was bedeutet, dass er niemals von ihm weichen wird; und aus demselben Grund sagt Er: „wird das Leben nicht sehen“, d. h. um zu zeigen, dass Er nicht nur einen zeitlichen Tod meinte.