
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
32 er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, aber niemand nimmt sein Zeugnis an. 33 Wer sein Zeugnis annimmt, bestätigt damit, dass Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn den Gehorsam verweigert, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.
(Tr. xiv. c. 11) Nachdem er vom Sohn gesagt hat: „Gott gibt den Geist nicht nach Maß“, fügt er hinzu: „Der Vater liebt den Sohn“, und weiter: „und hat alles in Seine Hand gegeben“, um zu zeigen, dass der Vater den Sohn in einem besonderen Sinn liebt. Denn der Vater liebt Johannes und Paulus, und doch hat Er nicht alles in ihre Hände gegeben. Aber der Vater liebt den Sohn als den Sohn, nicht wie ein Herr seinen Knecht; als den einzigen, nicht als den angenommenen Sohn. Deshalb hat Er alles in Seine Hand gegeben, so dass, so groß der Vater ist, auch der Sohn so groß ist; lasst uns also nicht denken, dass, weil Er geruhte, den Sohn zu senden, jemand geringer als der Vater gesandt wurde.