
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
32 er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, aber niemand nimmt sein Zeugnis an. 33 Wer sein Zeugnis annimmt, bestätigt damit, dass Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn den Gehorsam verweigert, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.
(Tr. xiv. c. 8) Was ist es, dass Gott wahrhaftig ist, außer dass Gott wahrhaftig ist und jeder Mensch ein Lügner? Denn kein Mensch kann sagen, was die Wahrheit ist, bis er von dem erleuchtet wird, der nicht lügen kann. Gott ist also wahrhaftig, und Christus ist Gott. Willst du einen Beweis? Höre Sein Zeugnis, und du wirst es so finden. Aber wenn du Gott noch nicht verstehst, hast du Sein Zeugnis noch nicht angenommen. Christus selbst ist also der wahre Gott, und Gott hat Ihn gesandt; Gott hat Gott gesandt, verbinde beides miteinander; sie sind ein Gott. Denn Johannes sagt: Den Gott gesandt hat, um Christus von sich selbst zu unterscheiden. Was denn, war nicht Johannes selbst von Gott gesandt? Ja; aber beachte, was folgt: Denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß. Den Menschen gibt Er nach Maß, Seinem eingeborenen Sohn gibt Er nicht nach Maß. Dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, dem anderen das Wort der Erkenntnis; der eine hat dies, der andere jenes; denn Maß impliziert eine Art Aufteilung der Gaben. Aber Christus empfing nicht nach Maß, obwohl Er nach Maß gab.