
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
27 Johannes antwortete: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. 28 Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur vor ihm her gesandt. 29 Wer die Braut hat, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich herzlich über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen. 30 Jener muss wachsen, ich aber abnehmen.
(Hom. xxix. 2) Johannes tadelt, als diese Frage aufgeworfen wird, seine Jünger nicht, aus Furcht, sie könnten sich trennen und sich einer anderen Schule zuwenden, sondern antwortet sanft: Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn vom Himmel gegeben; als wollte er sagen: Kein Wunder, dass Christus so vortreffliche Werke tut und alle zu ihm kommen; denn der, der alles tut, ist Gott. Menschliche Bemühungen sind leicht zu durchschauen, sind schwach und kurzlebig. Diese sind nicht so: sie sind also nicht menschlichen, sondern göttlichen Ursprungs. Er scheint jedoch etwas demütig von Christus zu sprechen, was uns nicht überraschen wird, wenn wir bedenken, dass es nicht angebracht war, die ganze Wahrheit Geistern zu sagen, die von einer solchen Leidenschaft wie Neid voreingenommen waren. Er versucht nur, sie für den Augenblick zu erschrecken, indem er zeigt, dass sie Unmögliches versuchen und gegen Gott kämpfen.