
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
19 Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht; denn ihre Taten waren böse. 20 Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Taten offenbar werden; denn sie sind in Gott.
(Hom. xxviii. 2) Da es dann unglaublich schien, dass der Mensch das Licht der Finsternis vorziehen sollte, gibt er den Grund für die Verblendung an, nämlich dass ihre Werke böse waren. Und in der Tat, wäre er zum Gericht gekommen, hätte es einen Grund gegeben, ihn nicht aufzunehmen; denn wer sich seiner Verbrechen bewusst ist, meidet von Natur aus den Richter. Doch Verbrecher freuen sich, einem zu begegnen, der ihnen Vergebung bringt. Und daher hätte man erwarten können, dass Menschen, die sich ihrer Sünden bewusst sind, Christus entgegengehen würden, wie es tatsächlich viele taten; denn die Zöllner und Sünder kamen und setzten sich mit Jesus zusammen. Aber die Mehrheit, zu feige, um die Mühen der Tugend um der Gerechtigkeit willen auf sich zu nehmen, verharrte bis zuletzt in ihrer Bosheit; von ihnen sagt unser Herr: Jeder, der Böses tut, hasst das Licht. Er spricht von denen, die in ihrer Bosheit bleiben wollen.