Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 3
14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat.
(in loc.) Siehe also die Angemessenheit des Vorbildes. Das Bild der Schlange hat das Aussehen des Tieres, aber nicht sein Gift: ebenso kam Christus im Gleichnis des sündigen Fleisches, frei von Sünde. Unter der Erhöhung Christi verstehe sein Aufgehängtwerden in der Höhe, durch welches Aufgehängtwerden Er die Luft heiligte, wie Er die Erde durch das Wandeln auf ihr geheiligt hatte. Hierin ist auch die Herrlichkeit Christi vorgebildet: denn die Höhe des Kreuzes wurde seine Herrlichkeit: denn indem Er sich dem Gericht unterwarf, richtete Er den Fürsten dieser Welt; denn Adam starb gerecht, weil er sündigte; unser Herr ungerecht, weil Er keine Sünde tat. So überwand Er den, der Ihn dem Tod übergab, und befreite so Adam vom Tod. Und darin fand sich der Teufel besiegt, dass er am Kreuz unseren Herrn nicht dazu bringen konnte, seine Mörder zu hassen; sondern ihn nur dazu brachte, sie mehr zu lieben und für sie zu beten. Auf diese Weise wurde das Kreuz Christi seine Erhöhung und Herrlichkeit.