
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 21
18 Amen, amen, ich sage dir: Als du jung warst, hast du dich selbst gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. 19 Das sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir!
(Tract. cxxiii. 5) Das heißt: du sollst gekreuzigt werden. Und um zu diesem Ende zu gelangen, wird ein Anderer dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Zuerst sagte Er, was geschehen würde, zweitens, wie es geschehen würde. Denn nicht als er gekreuzigt wurde, sondern als er im Begriff war, gekreuzigt zu werden, wurde er geführt, wohin er nicht wollte. Er wünschte, vom Leibe befreit zu werden und bei Christus zu sein; aber wenn es möglich wäre, wünschte er, ohne die Schmerzen des Todes zum ewigen Leben zu gelangen: dem ging er wider Willen entgegen, aber besiegt von der Kraft seines Willens und triumphierend über das menschliche Gefühl, das so natürlich ist, dass selbst das Alter Petrus nicht davon befreien konnte. Doch welches auch immer der Schmerz des Todes sei, er muss durch die Stärke der Liebe zu Dem besiegt werden, der, unser Leben, freiwillig auch den Tod für uns auf sich nahm. Denn wenn kein Schmerz im Tode wäre oder nur sehr wenig, wäre der Ruhm des Martyriums nicht groß.