
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 21
15 Als sie das Frühmahl eingenommen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Er fragte ihn zum zweiten Mal: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Und er antwortete ihm: Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
(Hom. lxxxviii. 1) Was die göttliche Liebe am meisten anzieht, ist die Sorge und Liebe für unseren Nächsten. Unser Herr geht an den anderen vorbei und richtet diesen Befehl an Petrus: Er ist der Erste der Apostel, der Mund der Jünger und das Haupt des Kollegiums. Unser Herr erinnert sich nicht mehr an seine Sünde der Verleugnung oder hält sie ihm vor, sondern überträgt ihm sogleich die Aufsicht über seine Brüder. Wenn du mich liebst, herrsche über deine Brüder, zeige jene Liebe, die du durchgehend bewiesen hast, und jenes Leben, von dem du sagtest, du würdest es für mich hingeben, gib es für die Schafe hin.