
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 20
26 Nach acht Tagen waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war bei ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! 27 Dann sagte er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände an und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du? Selig, die nicht sehen und doch glauben. 30 Noch viele andere Zeichen, die nicht in diesem Buch aufgeschrieben sind, hat Jesus vor seinen Jüngern getan. 31 Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr als Glaubende Leben habt in seinem Namen.
(Hom. lxxxvii) Johannes, der weniger berichtet hat als die anderen Evangelisten, fügt hinzu: Noch viele andere Zeichen tat Jesus wahrhaftig vor seinen Jüngern, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Doch auch die anderen berichteten nicht alles, sondern nur, was ausreichte, um die Menschen zu überzeugen. Er bezieht sich hier wahrscheinlich auf die Wunder, die unser Herr nach seiner Auferstehung tat, und sagt daher: vor seinen Jüngern, und sie waren die einzigen Personen, mit denen er nach seiner Auferstehung verkehrte. Damit du dann verstehst, dass die Wunder nicht nur um der Jünger willen geschah, fügt er hinzu: Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes; er wendet sich damit an die Menschheit im Allgemeinen. Und dieser Glaube, sagt er dann, nützt uns selbst, nicht ihm, an den wir glauben. Und damit ihr glaubend das Leben habt durch seinen Namen, d. h. durch Jesus, welcher das Leben ist.